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m vorletzten Wochenende sind wir wieder zu meinen nigerianischen Grosseltern gefahren, weil wir auf einer Hochzeit eingeladen waren. Dafuer gab es auch weider ein neues Native. So wie das letzte mal sind wir wieder erst mittags hingegangen, obwohl es eigentlich um 10 losgehen sollte. Biodun meinte aber, dass das 10 Uhr afrikanische Zeit ist und man also nie genau weiss, wann es wirklich losgeht. Als wir ankamen, wurden noch muslimische Gebete gesprochen, ansonsten war es so wie auf den anderen Partys, auf denen ich bisher war, auch. In einem grossen Zelt gab es Essen und Trinken, Musik, es wurden Fotos gemacht und getanzt. Dabei wird oft demjenigen, der das Fest veranstaltet, also dort dem Hochzeitspaar, Geld in kleinen Scheinen ueber Kopf und Schultern gestreut. Meine Begleiterinnen waren anscheinend darauf aus, moeglichst viel mit nach hause zu bringen. Jedenfalls wurde Reis und Fleisch in Plastiktueten gepackt und Wein in kleine Flaschen umgefuellt...Diesmal hatte nicht die ganze Gesellschaft Kleidung aus demselben Stoff, sondern einzelne Gruppen wie Freunde vom College oder die Familie hatten jeweils einen eigenen Stoff.Mit 10 von meinen Kindern war ich auf 2 Weihnachtsfeiern. Einmal war es eine fuer benachteiligte Kinder in Lagos. Es wurden verschiedene Spiele gespielt, VIEL gegessen und getrunken (wobei unsere Begleiterinnen das meiste gleich eingesammelt haben, sogar das Stueck Fleisch auf jedem Teller) , es gab ein Krippenspiel und zum Schluss hat jedes Kind ein Geschenk vom Weihnachtsmann bekommen. Unsere Kinder waren dort mit die juengsten, sie kamen mir ein bisschen ueberfordert vor und haben bei den Spielen auch nur zugeschaut. Zu der anderen Feier sind wir mit 4 Erwachsenen und 10 Kindern in einem Golf gefahren. Da die Fahrt relativ lang war, sind einige eingeschlafen und auf der Feier, wo sie eigentlich etwas vorsingen sollten, waren dann alle muede und eingeschuechtert. Deshalb hat unser Begleiter nach ca. 1 Minute singen schnell “vielen Dank fuer Ihre Aufmerksamkeit” ins Mikro gesagt, die Kinder sind von der Buehne und wir wieder nach hause gefahren.
Hier bekommt man von der Arbeit zu Weihnachten oft so etwas wie einen Sack Reis und Bohnen oder ein Huhn geschenkt. Die Lehrer von unserer Schule haben alle einen halben Sack Reis und einen Karton Indomie (das sind 3 Min.-Nudeln, die viel und gerne gegessen werden) bekommen. Die Grandma von allen Kindern, die dort mit wohnt und im Waisenhaus die Chefin ist, meinte, dass sie mir auch etwas geben will. Weil ich ja normalerweise immer mit dem Bus fahre, hat sie extra den Fahrer vom Roten Kreuz engagiert um mich nach hause zu bringen. Unsere Ladung war ein ganzer Sack Reis, eine Tuete Bohnen, 2 Kartons Indomie, 4 Yamswurzeln, ein Pack Yoghurtdrinks und ein riesen Pack Klopapier. Grandma hat mir auch erklaert warum ich so viel bekomm. Sie meinte, dass ich die erste Freiwillige bei ihnen bin, die wirklich was arbeitet und zuverlaessig da ist. Das war auf jeden Fall sehr nett.
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en vierten Advent hab ich zusammen mit anderen Freiwilligen am Strand verbracht. Wir hatten einen total gemuetlichen Tag mit Kokosnuss essen, baden, im Schatten liegen und mit verschiedenen Verkaeufern ueber Preise von Tuechern, Taschen, Schnitzereien ... verhandeln.




